Vereinschronik

  Am 6.12.1960 wurde bei der Generalversammlung der "Freiwilligen Feuerwehr Bittenbrunn" im Gasthaus "Zur Luft" in Laisacker von Herrn David Scheib(Kommandant der FFW Bittenbrunn) angeregt, einen Schützenverein zu gründen. Bei einer sofort vorgenommenen Umfrage sprach sich der Großteil der Anwesenden für eine Gründung aus und beauftragte David Scheib mit der Organisation zur Neugründung eines Schützenvereins. Es fand dann je eine Zusammenkunft der Interessierten im Gasthaus "Jagdschlößl" in Laisacker und im Gasthaus "Zur Luft" in Laisacker statt.
 
Bei diesen Treffen wurde dann im Gasthaus "Jagdschlößl" der Vereinsname "Finkenstein Bittenbrunn-Laisacker" festgelegt und im Gasthaus "Zur Luft" die erste Vorstandschaft des Vereins gewählt.
 
Diese Vorstandschaft setzte sich aus folgenden vier Mitgliedern zusammen:
 

1. Vorstand: Scheib David
Schriftführer: Riedl Anton
(der spätere Bürgermeister von Bittenbrunn)
Kassier: Scheib Jakob
Gewehrwart: Schmidl Franz

Bei der Vereinsgründung wurde auch die sofortige Mitgliedschaft im Schützengau Pöttmes beschlossen. Als Schießlokale legte man die Gasthäuser "Jagdschlößl" und "Zur Luft" fest. Gewechselt wurde immer pro Schießsaison. Die Saison dauerte immer vom Herbst bis Frühjahr (Sept./Okt.-April/Mai). Mit den ersten Mitgliedsbeiträgen wurde ein Zimmerstutzen beschafft. Da nur ein Schießstand vorhanden war, mußte man sich oft lange anstellen, obwohl jeder Schütze nur drei Schuß abgeben durfte. Aber das Interesse am Schießen war sehr groß. Es wurde aber nicht nur geschossen, sondern auch die Geselligkeit, die Kameradschaft und der Frohsinn gefördert. So stellte der junge Verein bereits am 1. Mai 1962 einen Maibaum auf und führte am 12. Mai 1962 einen Maitanz durch. Eintrittspreis pro Person 1,50DM.

Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung am 16.12.1962 wurde beschlossen, dass die Vorstandschaft nicht wie bisher jährlich, sondern jeweils für zwei Jahre zu wählen ist. Die Stärke der Vorstandschaft betrug wie im Jahre 1962 bis auf weiteres zehn Mann.
Als der Schützengau im Jahre 1963 die Durchführung von Rundenwettkämpfen in drei Klassen (A-, B- und C-Klasse) anregte, wurde am 18.10.1963 von der Vorstandschaft einstimmig die Teilnahme einer Mannschaft beschlossen.
Auch wurde im Jahre 1963 neben zahlreichen Schießabenden ein Maitanz (Eintritt 2,- DM pro Person) und am 28.12.1963 eine Weihnachtsfeier mit Christbaumversteigerung und kostenlosem Rehessen durchgeführt.
Im Jahre 1963 begann man mit dem Schießen auf Leistungsnadeln, das sich großer Beliebtheit erfreute. Auch beteiligten sich ab diesem Jahre immer wieder viele Vereinsmitglieder am Gauschießen mit zum Teil sehr guten Ergebnissen.
1963 wurde ein zweiter Zimmerstutzen gekauft, sowie ein zweiter transportabler Schießstand geschaffen. Die Schießstände mussten ja vor jedem Schießen aufgebaut und nach Beendigung wieder abgebaut werden. Da aber der Schießbetrieb immer mehr zunahm und auch mit eigenen Gewehren geschossen wurde, errichtete man im April 1965 zwei weitere transportable Schießstände.
 
Als erste weibliche Mitglieder unseres Vereins wurden im Jahre 1966 Ilse Pietschmann und Christa Scheib aufgenommen.
 
Den Vereinsunterlagen kann man entnehmen, dass sich Schützen unseres Vereins an Preisschießen in der näheren Umgebung beteiligten, wie z. B. im Jahre 1966 in Nassenfels, Rebdorf, Langenmosen, Wemding und beim Oktoberfestschießen in München.
Aus Anlass des 5jährigen Vereinsjubiläums wurde am 5.1.1966 eine Weihnachtsfeier mit Rehessen durchgeführt und eine Jubiläumsscheibe ausgeschossen, die Kurt Schrever gewann.

In den nächsten fünf Jahren wurden folgende allgemein interessierende Beschlüsse gefasst.

24.02.1966 Verkauf des alten Zimmerstutzen und Kauf eines Walter-Luftgewehrs
02.02.1967 Kauf eines zweiten Luftgewehres
21.10.1967 Erhöhung des Vereinsjahresbeitrages für Schützenklasse auf 8,- DM und für Junioren auf 5,- DM, Jugendliche beitragsfrei
05.10.1968 Anschaffung eines Vereinsabzeichens und Kauf einer Schützenkette
13.11.1969 Verkaufspreis des Vereinsabzeichens auf 3,50 DM festgelegt
23.10.1970 Neuwahl der Vorstandschaft nur mehr alle drei Jahre, Vereinsmitglieder, die das 70. Lebensjahr erreichen, werden ab diesem Zeitpunkt zu Ehrenmitgliedern ernannt

Vom 30.10. bis 4.11.1971 wurde anläßlich des 10jährigen Bestehens unseres Vereines ein großes Preisschießen durchgeführt. Viele Geld- und Sachpreise waren von Gönnern und Mitgliedern des Vereins gestiftet worden. Bürgermeister Riedl, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, überreichte bei der Preisverteilung mit Tanz am Samstag, dem 6.11.1971, zwei Bierkrüge mit Zinndeckel, sowie einen Scheck der Gemeinde Bittenbrunn über 500,- DM zum Kauf eines Luftgewehres. Die Firmen Grünwald, Schertlerund Schilcher hatten je einen Wanderpokal gestiftet, die seitdem regelmäßig ausgeschossen werden. Die Jubiläumsscheibe gewann Josef Zettel.
 
Am 3.12.1972 wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig die Einführung einer Vereinssatzung beschlossen und der Jahresbeitrag ab 1972 auf 10,- DM erhöht.
Im Jahre 1972 wurde im Gasthaus "Jagdschlößl" der Keller so umgebaut, dass dort vier Luftgewehrstände untergebracht werden konnten. Das Material stellte der Wirt, viele Arbeiten wurden kostenlos von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Der turnusmäßige Wechsel mit dem Gasthaus "Zur Luft" wurde aber weiterhin beibehalten.
Am 26.12.1972 wurden unsere beiden alten Luftgewehre und der noch vorhandene Zimmerstutzen an Vereinsmitglieder versteigert, weil in der Zwischenzeit bereits drei neue Feinwerkbau-Luftgewehre angeschafft worden sind.



Der Bau unseres Schützenheims wurde am 19.1.1974 angeregt. Die Eintragung unseres Vereins ins Vereinsregister wurde am 13.7.1974 von der Mitgliederversammlung beschlossen.
Am Feuerwehrhaus Bittenbrunn stellten die Finkensteiner am 30.4.1976 einen Maibaum auf.
Bei der Mitgliederversammlung am 11. 12. 1976 wurde eine Satzungsänderung beschlossen und das Beitrittsalter zum Verein auf das 10. Lebensjahr festgelegt.
Da wir bisher noch keine einheitliche Kleidung hatten, legte man am 27. 1. 1977 folgende Schützenkleidung fest: graue Hose, grünes Hemd mit Vereinswappen, grüner Binder und grüner Hut.
Ab 1977 zählte unser Verein erstmals mehr als 100 Mitglieder und somit wurden 14 Vereinsausschussmitglieder (fünf Schützenmeisteramt und neun Beisitzer) bei der Mitgliederversammlung am 19. 11. 1977 gewählt.
1978 wurden zwei Luftgewehre zusätzlich gekauft.
Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 30. 4. 1979 lehnten wir mit 54:4 Stimmen eine Fusion mit den "Königlich priv. Feuerschützen" aus Neuburg aus verschiedenen Gründen ab.
Nachdem die Jahresbeiträge in den Jahren 1974 auf 15,- DM, 1975 auf 20,- DM und 1979 auf 25,- DM festgesetzt worden waren, wurden ab 1. 1. 1980 folgende gültigen Jahresbeiträge festgelegt:
 

Schützenklasse 30,- DM
Junioren 12,- DM
Jugendliche und Schüler 8,- DM


Da wir bisher keine Jacken hatten, beschafften wir im Jahre 1981 auch die noch heute getragene Schützenkleidung. Am Volkstrauertag 1981 wurde sie erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt.

Vom 12. bis 21. August 1981 fand aus Anlass des 20jährigen Bestehens unseres Vereines ein großes, vereinsinternes Preisschießen statt. Die Jubiläumsscheibe gewann Adolf Kugler. Die Preisverteilung fand am Samstag, den 22. 8. 1981, bei einer Grillparty für die gesamte Bevölkerung statt.
Seit 1982 wurden mehrere Waffen beschafft, so dass sich folgende Pistolen und Gewehre im Vereinseigentum befanden:
 

5 Luftgewehre, 1 Jugendluftgewehr, 3 Luftpistolen, 2 Vorderladergewehre, 1 Vorderladerpistole, 2 KK-Gewehre, 2 Sportpistolen


Auch die 1983 für 3500,- DM beschaffte Teilermaschine steigerte das Vereinsvermögen.
Daß sich Trainingseifer auszahlt, zeigen die vielen erreichten Erfolge. Vereinsmitglieder sind seit Jahren auf vielen Meisterschaftsveranstaltungen vertreten. Einzelne konnten bis zu den deutschen Meisterschaften vordringen. Außerdem wurde Hildegard Thim im Jahre 1984 in den A-Kader der deutschen Damen-Nationalmannschaft (Luft- und Sportpistole) berufen.

Auf Initiative von Manfred Müller und Dieter Seidel wurde das 1. NeuburgerVorderladerschießen am 7./8. Juli 1984 und das 2. am 15./16. Juni 1985 durchgeführt. 1986 fand es am 5./6. Juli statt. 1985 waren es schon mehr als 100 Teilnehmer aus nah und fern.
 
Zum Abschluss sei bemerkt, dass der Schützenverein "Finkenstein" Bittenbrunn-Laisacker e. V. auch das örtliche Geschehen maßgebend mitgestaltet. So nehmen die Schützen regelmäßig am Fronleichnamsumzug und Leonhardiritt, sowie an den Messen auf dem Finkenstein und am Volkstrauertag teil. Für ein abwechslungsreiches Vereinsleben, besonders auch für die Jugend, wird stets gesorgt, und zwar: Jugendpartys, Jugendzeltlager, Jugendwanderungen, Weihnachtsfeiern für alt und jung, Schützenfestbesuche, Schafkopfturniere, Grillfeste, Tanzveranstaltungen, Besichtigungen, Fahrradtouren, Ausflüge usw.

Grundstücke und Gebäude sind Vereinseigentum. Der Verein hat in den letzten Jahren für 50.000 Euro den 25 Meter Stand umgebaut und das Schützenheim renoviert. Der Verein ist seit geraumer Zeit schuldenfrei und kann die Mitgliederbeiträge deshalb günstig gestalten.